Eine Tischlerei wird digital

Vergangenes Jahr kam eine mittelständische Tischlerei mit dem Wunsch auf uns zu, die Arbeitsabläufe der Produktion innovativer zu gestalten und zu digitalisieren. Eine Idee war bereits vorhanden: Die Spezialtüren, die man produziert, sollten mit einem NFC-Tag ausgestattet werden, damit Mitarbeiter und Arbeiter vor Ort beim Einbau und später bei der Bedienung die jeweils relevanten Informationen zur Tür auslesen können. Auch bei weiteren Gelegenheiten wie der Überprüfung durch den TüV könnte eine solche Funktion von Nutzen sein.

Von welchen Daten reden wir hier? Zum einen natürlich über die „üblichen Verdächtigen“ wie etwa Herstellungsdatum, Auftragsdaten, Kunde und Ähnliches. Zum anderen geht es jedoch ebenso um alle Daten, die während der Produktion anfallen. Zu nennen sind hier bspw. die Menge aufgetragenen Klebers, der Druck der Presse, welche – vereinfacht ausgedrückt – Folie auf dir Türplatte „klebt“, oder aber sogar Fotos, die während der Produktion – automatisiert natürlich – aufgenommen werden, um später, in einem möglichen Schadensfall, die notwendige Qualität während der Herstellung zweifelsfrei belegen zu können. Zudem kann über diese Daten die Produktion einer Ersatztüre schnellstmöglich in Auftrag gegeben werden.

Während jedes Produktionsschritts fallen folglich verschiedene Daten zu einer Türe an, welche über den NFC-Tag ausgelesen werden können. Diese Daten werden automatisiert erfasst und dem jeweiligen NFC-Tag zugewiesen. Die Tags sind hierbei nur les- aber nicht beschreibbar. Die Daten werden in einer zentralen Datenbank gesammelt, auf welche über eine REST-Schnittstelle zugegriffen wird.

Um die Idee für die spätere Umsetzung greifbar zu machen und mit dem Kunden Abläufe und Vorteile zu diskutieren, bot sich ein Showcase an. Die ideale Aufgabe für unser OC|lab®!
Gesagt, getan: Ein Team an Werkstudenten baute einen Lego Showcase, der so gut ankam, dass wir ihn anschließend direkt auf mehreren Fachevents präsentierten.

Der Lego Showcase war natürlich nur der Anfang. Jetzt geht es an die Umsetzung. Neben den besonderen Anforderungen einer Tischlerei zum Beispiel an Brandschutz und Staubresistenz tauchten schnell weitere Fragen Ideen und Fragen auf wie:

  • Soll man die neue Lösung on-premises betreiben oder als Cloud-Lösung bereitstellen?
  • Könnte man Machine Learning einsetzen, um bestimmte Situationen zu erkennen?
  • Welche Informationen und Steuerungsmöglichkeiten würden den Arbeiter vor Ort entlasten?

Aber eins nach dem anderen: Im ersten Schritt nahmen wir zunächst die Daten auf, verarbeiteten sie und stellten sie über eine mobile App bereit. Mit Hilfe der App lassen sich diese Daten nun bereits sinnvoll auslesen und anzeigen.

Und wie geht es jetzt weiter mit der digitalen Tischlerei? Das Projekt ist noch nicht beendet und bietet noch viele spannende Möglichkeiten. Wir halten euch auf dem Laufenden … Stay in touch!

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